Es werden für die Eingewöhnung mehrere Strategien verfolgt:
- Neue Pferde kommen in einen von der Herde 10 Meter entfernt liegenden Paddockbereich.
- Sie werden gleich bei Ankunft entwurmt.
- Nach einigen Stunden / Tagen wird getestet, welche Pferde mit dem Neuankömmling harmonieren.
- Dazu werden die “Alten” nacheinander einzeln neben den Neuen gestellt, getrennt durch einen gepolsterten Zaun.
- Nach 3 Tagen wird der Neue in einen erweiterten Paddock direkt neben dem Herdenbereich gestellt
- Dort kann er weitere Kontakte knüpfen.
- Die Kontaktflächen sind gepolstert mit einer stoßabsorbierenden Matte, die zudem die Zwischenräume zwischen den Zaunlatten ausfüllt, Verletzungsgefahren werden so minimiert.
- Die Freunde des Neuen werden einzeln und zeitweise zum Neuankömmling gestellt.
- Verfremdungseffekt, die Aufenthaltsbereiche werden getauscht: der Neue ist allein oder mit seinen Freunden im Stallbereich, die Alten kommen in den Eingewöhnungsbereich. Das kann zu verblüffenden Ergebnissen führen, der Neue kann schneller akzeptiert werden.
- Der Neue lernt zwischenzeitlich den Stallbereich mit den Futterstellen kennen, dies unter menschlicher Anleitung, die anderen Pferde sind in dieser Zeit auf der Weide eingesperrt.
- Der Neue hat Zugang zu seiner eigenen Koppel, wo er jederzeit - bei leichtfuttrigen Pferden mit Zeitbeschränkung - grasen kann.
- Erst wenn merkbar ist, dass der Neue zumindest ignoriert wird oder sogar akzeptiert wird, kommt er - am Anfang nur kurz - in den gemeinsamen Stallbereich.
- Der Neue wird dabei anfangs mit einem am Halfter befestigten Strick gehalten, die Alten werden bei Bedarf mit einer langen Gerte auf Distanz zum Neuen gehalten.
- Das vermindert eventuell vorhandene Aggressionen bei den Alten erheblich, so verwunderlich das klingen mag.
- Die Eingewöhnungsphase dauert - je nach Pferd - zwischen einer und 5 Wochen.
Sportpferde im Aktivstall:
eine Kombination von Bewegungs-
stall- und Turnierpferdehaltung