Légèreté + Sportpferde + Aktivstall = ?
Interview mit Herrn Dr. Eduard Ott, dem Betriebsleiter der Reitanlage 'Gut Osterloh', das Interview führte Frau Dr. med. vet. Heike Kühn, Tierärztin für Pferde am Immunologischen Zentrum am Chiemsee www.immun-pfer.de und selbst aktive Sportreiterin:
Frau Kühn:
Herr Ott, was haben Sie genau vor, Ihr neues Konzept Légèreté für Sportpferde im Aktivstall hört sich so etwas wie die “eierlegende Wollmilchsau” im Pferdebereich an?
Herr Ott:
Ja, wir wollen tatsächlich, dass unsere Einsteller reiterlich sich noch weiter entwickeln können. Légèreté bedeutet Leichtheit, Leichtigkeit, ‘Feines Reiten’. Wir wollen zeigen, dass diejenigen besser reiten werden, die jene Techniken wieder erlernen, wie sie von den Altmeistern Baucher (in den Jahren um 1850), La Gueriniere (um 1700) und den “Neumeistern” Philippe Karl und Jean-Claude Racinet dargestellt wurden. Diese Methoden werden unter dem Begriff der ‘Légèreté’ zusammen gefasst. All dies ist bei uns kombiniert mit artgerechter Pferdehaltung im Aktivstall, die haben wir in den letzten 7 Jahre hier in Osterloh mit Erfolg schon praktiziert. Unser Angebot richtet sich an ambitionierte Sportreiter, insbesondere an Turnierreiter. Damit wollen wir den Breitensport erreichen.
Frau Kühn:
Die Kombination von Légèreté mit Turnierreiten - und das im Aktivstall - erscheint mir ungefähr so, wie wenn man von der Quadratur des Kreises spricht. Bisher hielt ich dies für unvereinbar.
Herr Ott:
Auf den ersten Blick scheint es, als ob da Welten aufeinander prallten. Aber in der Légèreté werden bestimmte Ziele definiert wie z.B. Aufrichtung des Pferdes, wenig körperlich sichtbare Einwirkung des Reiters auf sein Pferd, Schwung, Takt, Losgelassenheit. Diese Ziele sind in hohem Maß die selben, wie sie auch auf deutschen Turnieren verlangt werden.
Unterschiedlich sind in den beiden Systemen nur die Wege dorthin. Ein neuer und - wie ich selbst erfahren habe - sehr Erfolg versprechender ist die Légèreté. Ich bin leider kein Edward Gal oder eine Isabel Werth, sondern ich bin nur ein bestenfalls durchschnittlich begabter Reiter. Zu mehr als einem L-Dressur-Sieg in jungen Jahren hat es nicht gereicht. Jahrelang bin ich so dahin genödelt, nahm auch immer wieder Reitstunden, aber große Fortschritte habe ich nicht erzielt. Erst als ich vorletztes Jahr begann, nach den Techniken der Légèreté zu reiten, gab es einen Schub in meinem reiterlichen Können. Ich erreichte das in einer bisher nie vorstellbaren Leichtheit in doppeltem Sinne, sowohl was die Einwirkung auf mein Pferd anbelangte, als auch, wie leicht das zu erlernen war. Das war wirklich phänomenal.
Frau Kühn:
Wie viele Plätze haben Sie in Ihrem Aktivstall ?
Herr Ott:
Insgesamt haben wir hier Platz für 20 Pferde im Aktivstall. Auf Gut Osterloh waren bisher schon Sportpferde im Aktivstall eingestellt, neu hinzu gekommen ist jetzt der Anspruch pferdegerechten, guten Reitens.
Frau Kühn:
Ihr Konzept scheint nur auf Dressurpferde zu zielen, noch dazu nur solche, die auf Turniere gehen.
Herr Ott:
Nein, das stimmt so nicht. Wir verfügen über einen kompletten Springparcour im Haus, unsere Zielgruppe sind genau so Springreiter wie auch sonstige, engagierte Besitzer, die pferdegerecht reiten wollen und die sich im schönen Ambiente von Gut Osterloh entspannen und wohlfühlen möchten.
Frau Kühn:
Können Sie zum Abschluss dieses Interviews für unsere Leser in zwei Sätzen den Kern Ihrer Botschaft formulieren?
Herr Ott:
Wir glauben - und das hoffen wir zeigen zu können - dass die besseren Reiter - auch die besseren Turnierreiter - die sind, die die Methoden der Légèreté kennen. Im Jahr 2003, bei der Errichtung der Reitanlage Gut Osterloh, waren wir Vorreiter in Sachen Aktivstall. Inzwischen läuft er perfekt. Nun können wir neue, noch höher gesteckte Ziele angehen. Unseren Pferden soll es wirklich gut gehen!





Sportpferde im Aktivstall:
eine Kombination von Bewegungs-
stall- und Turnierpferdehaltung
Légèreté

www.Gut-Osterloh.de
Légèreté
Die nächsten Légèreté-Seminare auf Gut Osterloh:
Mai 2012: Physiotherapie & Légèreté
Juli 2012: Internationales Seminar zur Légèreté
Oktober 2012: Physiotherapie mal 2: für Pferd und Mensch